Geschichte des Wasserzweckverbands

Gründung Wasserzweckverband

Die sechs Lechfeldgemeinden Obermeitingen, Untermeitingen, Klosterlechfeld, Graben, Kleinaitingen und Oberottmarshausen haben im Jahre 1913 einen „Verein zum Zwecke des gemeinsamen Baues und Betriebes der Lechfeld-Wasserversorgungsgruppe“ gebildet, der mit allerhöchstem Signat (königliches Staatsministerium des Inneren) vom 28.05.1913 als Verein des öffentlichen Rechts anerkannt wurde.

Bau gemeinsamer Wasserversorgung Lechfeld

Der Verein stellte sich die Aufgabe, eine gemeinsame Wasserversorgung für die damals 2.605 Einwohner aufzubauen. Von einer Quelle in Schwabmühlhausen wurde das so genannte „Überwasser“ (Wasser, das die Gemeinde Langerringen nicht benötigte) über eine neugebaute Rohrleitung bis nach Oberottmarshausen geleitet.

Hochbehälter Obermeitingen
Wasserturm Kleinaitingen

Zur Zwischenspeicherung wurden seinerzeit der Hochbehälter in Obermeitingen und der Wasserturm in Kleinaitingen errichtet. Die Quelle in Schwabmühlhausen, der Speicher Obermeitingen und der Vorratsbehälter im Wasserturm Kleinaitingen lagen alle auf der gleichen Höhe, so dass sich nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren die beiden Versorgungsbehälter in verbrauchsarmen Zeiten von selbst auffüllten. Die gesamte Wasserversorgung kam ohne jegliche zusätzliche Pumpen aus.

 

Auch im Hinblick auf die Größe der verlegten Rohre bewiesen die Gründer des Verbandes Weitblick. Sie berücksichtigten schon damals, dass sich die Lechfeldgemeinden entwickeln und vergrößern würden. Der Aufbau dieser ersten Wasserversorgung auf dem Lechfeld, die jahrzehntelang ihren Zweck erfüllte, ist auch noch aus heutiger Sicht eine technische Meisterleistung, insbesondere im Hinblick darauf, dass das Projekt 1914, also in einer sehr schwierigen Zeit, realisiert wurde.

 

Bereits 1929 wurde am Speicher Obermeitingen der erste eigene Brunnen des Verbandes errichtet, um die zur Verfügung stehende Wassermenge zu erhöhen. Nachdem für diesen Brunnen kein Schutzgebiet ausgewiesen werden konnte, musste 1989 die Wasserförderung aus dieser Anlage eingestellt werden.

 

Der 1913 gegründete Verein ist am 01.01.1938 mit Inkrafttreten der Ersten Verordnung über Wasser- und Bodenverbände ein Wasserverband im Sinne dieser Verordnung geworden. Anfang 1959 beschlossen die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden, die Umwandlung in einen „Zweckverband zur Wasserversorgung der Lechfeldgemeinden“.

 

Aufgrund langwieriger Verhandlungen mit den Rechtsaufsichtsbehörden erfolgte die offizielle Gründung des Zweckverbandes erst am 12.05.1966. 1964 errichtete der Verband südlich von Klosterlechfeld eine Pumpstation für die beiden Flachbrunnen III und IV. Das Wasser aus diesen Brunnen wurde direkt und ohne Sammelbehälter in das Rohrnetz des Verbandes gepumpt.

Ergänzend nahm der Wasserzweckverband 1978 an der Pumpstation Obermeitingen einen weiteren Brunnen (Flachbrunnen II) in Betrieb. Die Ortsteile Lagerlechfeld der Gemeinden Graben und Untermeitingen waren zu diesem Zeitpunkt noch an die Wasserversorgungsanlage des Fliegerhortes Lechfeld angeschlossen. Dieser Zustand währte teilweise noch bis 1989.

 

Anfang der 80er Jahre stiegen die Wasserverluste aus dem zum Teil noch aus dem Jahre 1914 bestehenden Rohrnetz derart an, dass der Verband erhebliche Sanierungsmaßnahmen einplanen musste. 1985 wurde gezielt und intensiv mit der Sanierung von Rohrnetzen und Hausanschlussleitungen in den Verbandsgemeinden, insbesondere im Bereich der Gemeinde Klosterlechfeld, begonnen. Ca. 1.200 Hausanschlussleitungen, vornehmlich in den Altortbereichen der Verbandsgemeinden, wurden zwischenzeitlich erneuert. Für die Sanierungsarbeiten in den Verbandsgemeinden hat der Verband rund 15 Millionen DM investiert.

 

Seit Anfang der 80er Jahre war dem Verband bekannt, dass mit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung am 01.10.1986 auch Schritte zur qualitativen Sicherung des abgegebenen Trinkwassers unternommen werden müssen. In Absprache mit den Fachbehörden (Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft und Wasserwirtschaftsamt Donauwörth) wurden die Erschließung von Tiefbrunnen und der Bau eines neuen Wasserwerkes mit einer Aufbereitungsanlage für das Tiefenwasser projektiert. Die Durchführung dieses Projektes wurde 1987 von der Verbandsversammlung beschlossen.

 

Zu einer Verzögerung in der Bauausführung kam es dann, als im Mai 1988 bekannt wurde, dass die Bundeswehr, zur Versorgung des Standortes Lechfeld, einen eigenen Tiefbrunnen mit Aufbereitungsanlage bauen wollte und deshalb vom Verband eine Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang beantragte. Nachdem die Verbandsversammlung dies ablehnte, begannen schwierige und vor allem langwierige Verhandlungen mit Vertretern der Bundeswehr über die Realisierung eines gemeinsamen Projektes. Im August 1989 erfolgte die vertragliche Vereinbarung zum Bau einer neuen Wasserversorgungsanlage unter der Federführung des Verbandes und mit finanzieller Beteiligung der Bundeswehr.

Durch die daraufhin notwendige Umplanung des Projektes konnte der erste Spatenstich erst am 16. Juli 1991 durchgeführt werden. Die Rohbauarbeiten wurden in kurzer Zeit ausgeführt, so dass am 06.03.1992 bereits die Grundsteinlegung und am 26.05.1992 das Richtfest gefeiert werden konnten. Am 23.03.1994 waren die technischen Einrichtungen so weit funktionsbereit, dass die Inbetriebnahme erfolgen konnte. Seit diesem Zeitpunkt ist es dem Verband möglich, alle Verbandsgemeinden und auch den Bundeswehrstandort Lechfeld mit Trinkwasser zu versorgen, das in allen Punkten den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht.

Einweihungsfeier des Wasserwerks Lechfeld

Die Einweihung des Wasserwerkes fand am 14. und 15.07.1995 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt.